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Istanbul – Meine 8 schönsten Entdeckungen

Soweit ich zurückdenken kann, sind strikt durchgetaktete und bis ins Detail geplante Reisen bei mir ein Garant für Bauchschmerzen. Schon im Privatleben und Alltag stressen mich zu viele fixe und regelmäßige Termine ungemein. Häufig fühle ich mich davon einfach einsperrt oder fremdgesteuert – Spontanität kommt dabei viel zu kurz.

Auf Reisen gebe ich daher alles dafür, mir die Spontanität und damit auch die größtmögliche Freiheit zu sichern. Natürlich steht auch bei mir ein grober Plan mit den wichtigsten Eckpunkten und Dingen, die ich unbedingt sehen möchte. Aber dabei bleibt es einfach. Was weiß ich denn Zuhause schon, wo es mir gefallen wird und wo ich lieber schnell weiter gehen möchte?

In Istanbul haben wir uns 2015 mit unseren Freunden so richtig schön treiben lassen und uns dabei ganz schön schlimm in die Stadt auf zwei Kontinenten verliebt. Unsere schönsten Momente und Entdeckungen habe ich heute für euch dabei.

LinnDubh - Istanbul - 8 Tipps für deinen Urlaub in Istanbul

1. Istanbul-Tipp: Taxi, Taxi

Du bist ein Adrenalin-Junkie? Magst es schnell und nervenaufreibend? Dann habe ich DEN Tipp für dich: Gönn dir vom Flughafen in die Stadt ein Taxi. So erhältst du für ein verhältnismäßig kleines Budget ein Erlebnis, das deinen Puls in ähnliche Höhen schellen lässt, wie beispielsweise Bungee-Jumping.

Wir hatten das Glück an einen Möchtegern-Formel 1-Weltmeister zu gelangen. Mit 140 km/h ging es durch die Baustelle. Dabei wurde fleißig auf dem Smartphone die Adresse des Hotels gesucht, nebenbei – wild gestikulierend und von der Hupe begleitet – die Fahrkünste der anderen kommentiert und als ob das noch nicht genug wäre, dreht er sich zu uns nach hinten um, um uns eine Zigarette anzubieten. So still habe ich uns vier zusammen noch niemals erlebt. Jeder saß mit zusammengekniffenen Augen auf seinem Sitz und schickte im Minutentakt eindringliche Stoßgebete nach oben. In der Altstadt Sultanahmet angekommen, jagten wir durch die engen Gässchen und viele Fußgänger konnten sich nur noch mit einem beherzten Sprung in den nächsten Hauseingang retten.

Ein Erlebnis, das sich keiner entgehen lassen sollte.

2. Istanbul-Tipp: Büyükada, die größte der Prinzeninseln

Viel Istanbuler verbringen ihre freien Tage oder Wochenenden auf den Prinzeninseln (Adalar). Bei uns stand Büyükada, die größte der Inseln, auf dem Programm. Mit der Şehir Hatları Fähre ging es für unschlagbare 4,40 Türkische Lira (umgerechnet ca. 1,20 Euro) über das Marmarameer. Alleine wegen der Aussicht von der Fähre auf die Altstadt Sultanahmet lohnt sich der Ausflug nach Büyükada.

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Dort angekommen erkundeten wir die autofreie Insel mit der Pferdekutsche. Aber Achtung: Angefixt vom Reiseführer wollten wir uns romantisch über die Insel chauffieren lassen. Doch kaum in der Kutsche bereuten wir die Idee schon bitter. Wir fühlten uns die gesamten 40 Minuten super unwohl, wollten am liebsten einfach anhalten und aussteigen. Die viel zu mageren Tiere wurden ohne Rücksicht auf Verluste den Berg hochgetrieben und hatten dabei alles andere als Spaß. Bei der Gelegenheit entdeckten wir aber, dass man sich auf der Insel auch Fahrräder ausleihen kann und das kann ich euch nur ans Herz legen: Zum Laufen ist die Insel einfach zu groß, dafür für das Fahrrad wie gemacht.

3. Istanbul-Tipp: Seele baumeln lassen über den Dächern Istanbuls

Während wir uns direkt am Marmarameer ein Hotel ausgesucht haben, logierte die zweite Hälfte unseres Vierergepanns nur wenige Minuten entfernt im Hotel Empress Zoe. Und das Empires Zoe hat eine ganz fantastische Dachterasse, auf der es sich ganz entspannt im Sonnenuntergang ein Efes aus der Dose trinken lässt. Solche Oasen eignen sich wunderbar, um dem ganzen Trubel auf den Straßen Istanbuls einen Moment zu entfliehen und etwas Ruhe für das nächste Abenteuer zu tanken.

Dachterassen gibt es in Istanbul übrigens wie Sand am Meer, deshalb muss es auch nicht das Empress Zoe sein.

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4. Istanbul-Tipp: Einfach treiben lassen und dabei wahre Schätze entdecken

Das Schöne am „Treiben lassen“ sind die Schätze, die man dabei immer wieder entdeckt. So stolperten wir beispielsweise auf der Suche nach einem netten Restaurant ganz zufällig über die Elif Nursad Atalay Gallery. Der Hunger war schnell vergessen und wir sofort verzaubert. Wir folgten einem fast schon schäbigen Pfeil und landeten direkt im Atelier der Künstlerin.

Seitdem zieren die Zeichnung einer verrückten Katzenlady und eine wunderschöne Illustration der blauen Moschee unsere Wohnung und erinnern uns jeden Tag ein kleines bisschen an diese tolle Stadt.

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5. Istanbul-Tipp: Multikulturelle Feierei in der Just Bar

Ich muss gestehen, in Istanbul hatten wir die ein oder andere unschöne Erfahrung mit Cocktails. So mussten wir beispielsweise 45 Minuten auf eine Margarita warten, weil der Barkeeper gerade unterwegs war, nur um dann ein komplett ungenießbares Gebräu vorgesetzt zu bekommen. Und das ist nur ein Beispiel…

Nicht so in der Just Bar. In der Just Bar schmecken die Cocktails und da wird auch richtig gefeiert. Die beiden Herren verstehen es, die interessantesten Gäste in ihre Bar zu locken und diese dann auch noch prächtig zu unterhalten. Auch über die Just Bar stolperten wir eher: Auf der Suche nach einem „Betthupferl“. Wir beendeten den Abend Stunden später mit einem zwar etwas dickeren Kopf als geplant, dafür aber auch mit vielen Erinnerungen und tollen Bekanntschaften im Gepäck. So trafen wir eine Horde neuseeländischer Marines, die am nächsten Morgen um 7 Uhr auslaufen mussten. Da für die nächsten 4 Wochen kein Festland mehr in Sicht sein würde, wollten sie sich noch einmal so richtig die Hörner abstoßen. Ab fünf Uhr in der Früh fragten wir uns dann, wer aus der Truppe denn wohl in zwei Stunden auch nur annähernd dazu in der Lage sei, ein Segel zu hissen.

Oder aber die Koreanerin, die mit einem dauergewellten Koreaner aufkreuzte, den sie zufällig im Hostel kennenlernte. Zufälligerweise arbeitete sie auch noch für die Produktionsfirma, bei der er in einer Castingshow mitsang. Scheinbar mit mäßigerem Erfolg, denn sie bestand partout darauf, dass sie nicht zusammen hier seien und ließ sich, um diese Aussage zu untermauern, vom lautesten der Neuseeländer abschleppen.

Zu späterer Stunde gesellte sich dann ein Dreiergespann aus Los Angeles zu uns, dass sich im Flieger nach Istanbul kennenlernte: Katinka, die Künstlerin mit ihrer spooky Puppe (aus deren Kopf sie später Popcorn löffelte), wollte sich eine Auszeit von ihrer Familie gönnen und Istanbul entdecken: „Die Kinder sind ja jetzt schließlich alt genug, dass ich mal weg kann.“ Sunny der charmante Barbier, war auf der Durchreise nach Amsterdam. Dort wollte er einen Freund auf Tour begleiten: „Der singt zwar wie Justin Bieber, aber ich mag in trotzdem.“ Und dann war da noch einer der Designer von Vans, den wir zwar super interessant fanden, aber dessen Namen ich einfach nicht mehr weiß…

 

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6. Istanbul-Tipp: Eine Bosporus-Fahrt zum Schwarzen Meer

Was bietet sich an einem leicht verkaterten Morgen besser an, als sich mit der Fähre zum Schwarzen Meer schippern zu lassen? Auch hier besticht die Şehir Hatları Fähre mit 25 Türkischen Lira. Man bekommt also für knapp 7 Euro einen Tagesausflug. Auf der Fähre selbst haben wir etwa fünf Stunden verbracht, der Aufenthalt am Schwarzen Meer dauerte zwei Stunden. Ich empfehle euch, zuerst die Gegend zu erkunden, auf den Berg zu steigen und den Ausblick aufs Schwarze Meer zu genießen. So habt ihr den Moment dort oben fast für euch alleine, da sich die Touris geballt direkt auf die Restaurants stürzen. Essen könnt ihr danach immer noch und das ohne lange warten zu müssen, denn die Masse ist ja schon gefüttert.

Achtung übrigens auf jeglichen Fährfahrten: Haltet euch von den Möwenfütterern fern. Klar ist es schön, diesen einen Moment zu fotografieren, in dem ihm eine Möwe direkt aus der Hand frisst, aber ein erhöhtes Möwenaufkommen erhöht auch die Wahrscheinlichkeit angeschissen zu werden. Ich spreche hier aus langjähriger und mehrmaliger Erfahrung: Das ist NICHT schön!! So sehr ich am Anfang des Urlaubs Annes Feuchttücher belächelt hatte, so sehr freute ich mich in diesem Moment darüber.

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7. Istanbul-Tipp: Cat Content

In Istanbul gibt es Katzen. Unendlich viele Katzen. Und eine ist schöner, als die andere. Also nehmt euch einen Moment, lasst euch beschnuppern und anschließend beschmusen. Was gibt es Schöneres??

Falls eure Antwort auf diese Frage „Hunde“ sein sollte, dann tauscht im letzten Absatz getrost das Wort „Katze“ durch „Hund“, denn in Istanbul gibt es Hunde. Unendlich viele Hunden. Und einer ist schöner, als der andere. Also nehmt euch einen Moment, lasst euch beschnuppern und anschließend beschmusen. Was gibt es Schöneres??

Ich hab es ja ehrlich gesagt nicht so sehr mit Hunden und deshalb habe ich euch von meinen 2000 Katzenfotos die vier schönsten herausgesucht.

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8. Istanbul-Tipp: Dosierte Kultur – die blaue Moschee und die Cisterna Basilica

Nein, ich bin kein Kulturbanause. Gerade in Istanbul hätte ich mir gerne noch viiiiiiel mehr an Kultur und eindrucksvollen Gebäuden angesehen, als die neue Moschee, die blaue Moschee und die Cisterna Basilica. Klar hätte ich noch unglaublich gerne die Hagia Sofia oder denTopkapı-Palast gesehen.

Aber mal im Ernst: meinen gesamten Urlaub in der Warteschlange verbringen?? Dazu ist mir meine Zeit zu schade. Deshalb setzt euch Prioritäten. Was ist ein „Must see“ und was ist ein „Nice to see“?

Übrigens Ladies: Denkt daran, euch ein schönes Tuch mitzunehmen. Das könnt ihr euch in den Moscheen gekonnt um den Kopf drapieren und müsst euch kein gestärktes hässliches Leinentuch ausleihen. Auch lange Hosen sind hier von Vorteil.

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LinnDubh - Neustart - Istanbul
Es ist schwer, eine Stadt, wie Istanbul zu nur 8 Punkten zusammenzufassen und deshalb kann ich mir einen Bonus-Tipp nicht verkneifen:

Seid euch dessen bewusst, dass die Herren in Istanbul auf den unschuldigen und natürlich nie berechnenden Augenaufschlag der Damen nicht unbedingt anspringen. Das durfte ich erfahren, als ich den wunderschön beleuchteten Lampenladen für Fotos mit Bokeh-Hintergrund nutzen wollte. Durch die Straße hat er mich gejagt. Schreiend!!

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Ach Istanbul, ich bin wirklich verliebt. Wie oft hat mir in den letzten beiden Jahren das Herz geblutet, wenn es wieder furchtbare Nachrichten gab… Aber ich komme wieder. Versprochen!! Davon lassen wir uns nicht unterkriegen.

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